Presseerklärung

Presseerklärung des Evang.-Luth. Dekanats Forchheim (Sitz Muggendorf)

 

Veränderte evangelische Angebote in Zeiten von Corona:

Seit ca. einer Woche überschlagen sich die Nachrichten über die Ernsthaftigkeit der Gefahren, die durch das Corona –Virus auch in Deutschland entstehen.

 Normalerweise sind Menschen gewohnt, Gefährdungen mit ihren Sinnen wahrzunehmen und so auch einzuschätzen. Dies ist bei einer Viruspandemie nicht möglich. Deshalb sind wir alle auf unseren Verstand und unser Verantwortungsbewusstsein  angewiesen.  Informationen aus der Wissenschaft müssen unser Handeln leiten.

 Deutlich ist auf jeden Fall, dass die Gefahr der Erkrankung sehr real ist und die Schwere der Erkrankung erheblich sein kann. Deshalb gilt zuerst unser Mitgefühl und unsere Fürbitte allen Menschen, die momentan in der Unsicherheit leben, ob sie sich angesteckt haben und denen, die erkrankt sind, ebenso allen Beschäftigten im Gesundheitswesen und den notwendigen Dienstleistenden in unserer Gesellschaft. Darüber hinaus gilt unsere Anteilnahme  aber auch  allen, die jetzt spüren, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Folgen, erhebliche bis existenzbedrohende Einbußen haben werden. Das Angebot zur Seelsorge wird gerade hier besonders benötigt.

 

Die Vorbereitungszeit auf Ostern, in der wir Leiden und Sterben Jesu Christi bedenken, bekommt dadurch eine ganz neue Aktualität. Viele Menschen sind zum ersten Mal von solch einer Dimension von Einschränkung und Gefährdung betroffen. Alle Kirchengemeinden würden gerne zu diesem Thema Gottesdienste und Andachten halten, um die Menschen seelsorgerlich zu begleiten. Leider ist uns dies aufgrund der staatlichen Vorgaben nicht möglich. Wir nehmen darauf gerne Rücksicht aus ethischer Verantwortung aufgrund des „Abstandsgebots“.

 

Nutzen Sie deshalb folgende Möglichkeiten und Angebote:

1. Die persönliche Andacht zu Hause neu entdecken und praktizieren. Hilfen dazu sind in unserem Gesangbuch, dem Losungsbuch und in biblischen Texten zu finden. Bitte Gebetsläuten beachten.

2. Verstärkt Gottesdienste in Radio, Fernsehen und Internet nützen (regionale Angebote bei Streaming Diensten bitte beachten).

3. Alle dreizehn Hauptkirchen im Dekanat Forchheim sind täglich von 9:00 Uhr  bis 17:00 Uhr zum persönlichen Gebet und zur persönlichen Stille geöffnet.

4. Bestehende Gebetskreise in den Kirchengemeinden werden gebeten, die Anliegen von Corona aufzunehmen.

5. In den Kirchengemeinden werden kreative Ideen für Hilfeleistungen für Menschen in Quarantäne entwickelt (Koordination von Einkauf und weiteren Unterstützungsmaßnahmen). Die jeweiligen Pfarramtsbüros und das Dekanatsbüro in Muggendorf (Tel: 09196/327) sind gerne bereit, Koordinationsfunktionen mit zu übernehmen.

 

Trotzdem sind die Änderungen und Einschränkungen des kirchlichen Angebotes erheblich:

1. Keine Sonntags- und Wochengottesdienste bis auf weiteres.

2. Keine kirchlichen Hochzeiten und Taufen (Nottaufen möglich).

3. Beerdigungsfeiern nur auf dem Friedhof und im engsten Familienkreis. Trauergottesdienste werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

4. Urnenbeisetzungen finden aktuell nicht statt, sondern werden verschoben.

5. Anstehende Konfirmationen entfallen ebenfalls und werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die jeweilige Kirchengemeinde entscheidet über einen Ersatztermin.

6. Chorproben, Einzelunterricht, Gruppenangebote und Sitzungen entfallen.

7. Es finden keine Haus- und Geburtstagsbesuche statt. Krankenbesuche auf Anfrage.

 

Alle diese Maßnahmen fallen uns sehr schwer, da wir gerne diese Gottesdienste und weitere Veranstaltungen anbieten würden, diese aber aufgrund unserer ethischen Verantwortung für die Sicherheit der Menschen entfallen müssen.

 

Günther Werner, Dekan

 

 

Hausandacht als gute Möglichkeit neu entdecken